Gottes Speedway
Als alter Gegenstromschwimmer, Sonnenblumenauf schlaghosensticker, Käferhaubenbekleber, Wasserwerferduscher und Antiunterhosenwechsler kann ich es kaum ertragen, den Sprössling auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin in feines Tuch zu kleiden. Nein, das kostbar eingetauschte Geld, das keine Versicherung jeh sehen wird, in spießiges Geschmeide zu investieren löst den eigentlichen Brechreiz aus.
Es naht die kirchliche Weihung, ein freiwilliger Entscheid des halbwüchsigen Sohnes, die vom Pope selbst im Konfirmandenunterricht mit einer Mindesteinnahme von tausendfünfhundert Zwetschgen im rudimentär angelegten Hirn der immernoch als rechtsfähig eingeschränkten Zielperson zu einem gordischen Knoten verknüpft wurde. Hätte er ihm die Inhalation eines Kuhfladens zum Gegenwert von fünfhundert angeboten, wäre dies ebenso als zu überlegende Einnahmequelle herangezogen worden.
Wohlweißlich entschied die Kirche zum Eintrittsalter der Vereinsmitglieder in einem Stadium, das den größtmöglichen Abstand zu vernunftsorientiertem Verhalten in der menschlichen Entwicklung hat. Der kritische Erziehungsberechtigte neigt in solchen Brutphasen durchaus zu alternativen Religionsvorschlägen, die z.B. statt Geld die einzig weitere Option, nämlich ein paar Dutzend Jungfrauen in Aussicht stellt. Und die nicht mal am Tag der Mitgliedschaftsunterzeichnung, sondern irgendwann.
Momentan würde mir diese Beschaffung weitaus leichter fallen, zumal man dabei durchaus ein bisschen bescheißen könnte.
So harmlos und unschuldig die einjährige Schulung daherkommt, hehre Absichtsbezeugungen sich ein Stelldichein gaben, so verkrampft wird am konservativen Endspurt gedoktert, dem strahlend goldenen Rahmen, der allen solventen Tanten den Atem rauben soll. Es müssen dann doch italiensche Markenschuhe sein, die den zu erwartenden Umschlag aufpolstern würden, die sündhaftteure Umänderung der Anzugshose zur zweiten Haut, die die Portmonnais aus den Taschen fallen lassen und der unter heißen Tränen erpresseten Accesoires, die zum spontanen Einsatz als Alleinerbe zwingen.
Das allein ist Gegenstand des Versprechens.
Da kann ich mich lang abends hinsetzen und über die Kirchensteuer referieren, die das Konfirmationsgeld in Nullkommanichts amortisiert. Der doofelterngeborgene Schüler sieht seiner versprochenen heißen Penunzenbrause in orgastischer Erwartung auf enthemmtem Kauf aller marktführenden Games bei Saturn, dem befreiten illegalen Herunterladen von Index-Songs und zahlreichem Schwarzfahren gelassen entgegen. Und das alles mit dem echten Segen Gottes.
Hauptsache, die Garderobe stimmt.
Es naht die kirchliche Weihung, ein freiwilliger Entscheid des halbwüchsigen Sohnes, die vom Pope selbst im Konfirmandenunterricht mit einer Mindesteinnahme von tausendfünfhundert Zwetschgen im rudimentär angelegten Hirn der immernoch als rechtsfähig eingeschränkten Zielperson zu einem gordischen Knoten verknüpft wurde. Hätte er ihm die Inhalation eines Kuhfladens zum Gegenwert von fünfhundert angeboten, wäre dies ebenso als zu überlegende Einnahmequelle herangezogen worden.
Wohlweißlich entschied die Kirche zum Eintrittsalter der Vereinsmitglieder in einem Stadium, das den größtmöglichen Abstand zu vernunftsorientiertem Verhalten in der menschlichen Entwicklung hat. Der kritische Erziehungsberechtigte neigt in solchen Brutphasen durchaus zu alternativen Religionsvorschlägen, die z.B. statt Geld die einzig weitere Option, nämlich ein paar Dutzend Jungfrauen in Aussicht stellt. Und die nicht mal am Tag der Mitgliedschaftsunterzeichnung, sondern irgendwann.
Momentan würde mir diese Beschaffung weitaus leichter fallen, zumal man dabei durchaus ein bisschen bescheißen könnte.
So harmlos und unschuldig die einjährige Schulung daherkommt, hehre Absichtsbezeugungen sich ein Stelldichein gaben, so verkrampft wird am konservativen Endspurt gedoktert, dem strahlend goldenen Rahmen, der allen solventen Tanten den Atem rauben soll. Es müssen dann doch italiensche Markenschuhe sein, die den zu erwartenden Umschlag aufpolstern würden, die sündhaftteure Umänderung der Anzugshose zur zweiten Haut, die die Portmonnais aus den Taschen fallen lassen und der unter heißen Tränen erpresseten Accesoires, die zum spontanen Einsatz als Alleinerbe zwingen.
Das allein ist Gegenstand des Versprechens.
Da kann ich mich lang abends hinsetzen und über die Kirchensteuer referieren, die das Konfirmationsgeld in Nullkommanichts amortisiert. Der doofelterngeborgene Schüler sieht seiner versprochenen heißen Penunzenbrause in orgastischer Erwartung auf enthemmtem Kauf aller marktführenden Games bei Saturn, dem befreiten illegalen Herunterladen von Index-Songs und zahlreichem Schwarzfahren gelassen entgegen. Und das alles mit dem echten Segen Gottes.
Hauptsache, die Garderobe stimmt.
rinpotsche - 11. Apr, 22:33

mein beileid, rinpotsche
mich zu trösten, bat man meinen bruder, der fünf jahre älter ist, mit mir ins kino zu gehen. da lief gerade der erste "star wars" film.
ich hasste "star wars", und ich hasste john travolta. nein, der spielte da nicht mit, aber er fiel mit "saturday night fever" etwa in dieselbe zeit. ich konnte nicht verstehen, wie nach rock `n roll und jimi hendrix das discofieber ausbrechen konnte. das war in meinen augen blasphemie! also, ich hasste "star wars", weil ich diesen neuen zeitgeist zum kotzen fand.
so lief meine konfirmation ab. knapp 10 jahre später trat ich aus der kirche aus, um unter dieses kapitel endlich den schlussstrich zu ziehen.
da fällt mir noch das schlagkräftigste argument meiner eltern gegen den kirchenaustritt ein: "junge", sagten sie, "dann spricht kein pfarrer an deinem grab ..."
und du rinpotsche siehst dich sozusagen mit dem gegenteiligen problem konfrontiert. ein generationenkonflikt - absurdistan. ärgere dich nicht und ärgere vorallem deinen sprößling nicht. wir alle müssen unseren weg gehen ... mit kirche, ohne kirche, mit und ohne gott. so oder so. des menschen wille ist sein himmelreich.
bon.