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    <title>Neulich bei Insekts</title>
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    <description>Neulich, die Vierzentimeterregel im Hinterstübchen, beging ich in einer Rauchpause den verwilderten Garten um meine Wirkstätte, die mitten in einem Stadtwald liegt. Um ein bisschen Fröhlichkeit in den ungepflegten Dschungel zu bringen, haben Kulturpflanzenfreunde unter meinen Kollegen Blütenstauden gesetzt, die gegossen werden wollen. Das dafür benötigte Wasser wird in alten Babybadewannen aus dem Regen gesammelt, was einerseits vernünftig, andererseits den natürlichen Wildwuchs mit Plastikrosa in ästhetisch unakzeptablem Maße stört. Deshalb freue ich mich immer über die langsame aber stete Einnahme der grünen Algen über das grelle Rosa der Kunststoffwannen und beobachte gerne die Invasion.&lt;br /&gt;
So kam es, dass ich bei einer meiner Rauch-Patrouillen ein riesiges Insekt befremdlicher Körperarchitektur und bewegungslos auf dem Grund eines Babybades entdeckte.&lt;br /&gt;
Oha, dachte ich, weil mir die Regel mit den vier Zentimetern wetterleuchtend durch&apos;s Hirn schoss, oha, DERHERRSEIMEINZEUGE, ein Kavenzmann.&lt;br /&gt;
Stand ich doch den Unkenrufen bezüglich Klimawandel bisher kritisch gegenüber, sollte ich ausgerechnet die erste sein, die dem Beweis dafür gegenüberstand?&lt;br /&gt;
Ich fischte das Monster aus dem Wasser, stellte mit einem kleinen Spiegelchen, der vor dem Insektengesicht nicht beschlug, den Tod fest, zückte meinen allgegenwärtigen Maßstab, damit ich sicher gehen konnte, nicht noch drauftreten zu müssen, und legte das Tier auf einen Grabstein, der zufällig in der Nähe war.&lt;br /&gt;
Seine Zier war für das menschliche Auge unauffällig. Kein käfertypisches Changieren der Farben, dafür exorbitante Fühlerlängen, die die eh schon erstaunliche Körperlänge noch übertraf. Sechs Zentimeter Body plus fast acht Fühlerlänge, gegliedert, also noch in den einzelnen Segmenten beweglich. &lt;br /&gt;
Er (eine Sie habe ich spontan ausgeschlossen) stank abscheulich. Offensichtlich reichte die Körpermasse aus, um genügend Aasgeruch zu erzeugen.&lt;br /&gt;
Arbeite ich doch regelmäßig mit Gestalten aus der tierischen Unterwelt, den Präparatoren des naturkundlichen Museums zusammen, so dass es mir ein Leichtes war, ein Photo von dem Leichnam an die richtige Adresse zu schicken.&lt;br /&gt;
Die Rückmail war mit Bedauern geprägt. Es handelte sich um den stark vom Aussterben bedrohten Heldbock, den man eigentlich auf Samtkissen und mit ausreichend Nahrung zum Kopulationsplatz seiner Wahl tragen sollte, dort, dem Akt im Hintergrund und schweigend harrend, anschließend mit einem stärkenden Mahl unterstüzend, schonend aus dem kräftezehrenden, arterhaltenden Schauspiel sanft entpflückend sollte. Sein Zuhause sei eine sterbende Eiche, bestenfalls solitär stehend, in der er seine Riester-Rente in Empfang nehmen gedenke und nicht eine rosafarbene Babywanne. Ich druckte die Mail aus und legte sie neben den Kadaver. In bester Absicht, um meine Mitmenschen damit zu briefen, sie empfindsam zu machen und weitere Tragödien zu vermeiden.&lt;br /&gt;
Dass der Mensch und seine Fortpflanzung über solchen Ereignissen steht, musste ich wenige Tage darauf feststellen. Eine frisch befruchtete Kollegin mit eingebildetem, verschärften Geruchssinn, trug mir würgend vor, dass ich das stinkende Tier unverzüglich aus dem Eingangsbereich ihrer Arbeitsstätte zu entfernen habe, ansonsten müsste sie mich namentlich als Grund ihrer Krankschreibung erwähnen.&lt;br /&gt;
Hätte vielleicht besser drauftreten sollen.</description>
    <dc:creator>rinpotsche</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-15T17:15:00Z</dc:date>
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    <title>Das ganze Ausmaß</title>
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    <description>Unter Ameisen ist unser Haus seit Jahren als der Ort bekannt, an dem kleine, grausam entstellte Kumpelseelchen auf Butterbroten gen Himmel fahren, obwohl dies nur ein einziges Mal vorkam. Vielleicht haben wir damals zufällig die oberste Heeresleitung vernichtet oder den Truppenpriester höchstpersönlich. Es könnte auch so gewesen sein, dass die auf dem Brot Getöteten eh die letzten waren, ein mannschwaches, versprengtes Restgrüppchen, die sowieso geopfert werden sollten, oder die totale Vernichtung eines Zwergenstaates. Sei&apos;s drum. &lt;br /&gt;
Das Haus ist ameisenfrei und ich kämpfe nunmehr mit dem Hüftgold, das der ungetrübte Verzehr unkontaminierter Toblerone hinterlassen hat.&lt;br /&gt;
Insekten scheinen untereinander derartige Erfahrungen nicht auszutauschen. Statt der Ameisen sind andere Gattungen hier eingezogen. Leider untauglich für Butterbrotbeläge, weil die langen Beinchen zwischen den Zähnen stecken bleiben und das ganze Tier sich deutlich vitaler auf Butter benimmt als die ordinäre Ameise.&lt;br /&gt;
Ich bin immer noch kein Fan von selbst durchgeführten Tötungen, muss aber zu meiner Schande gestehen, dass der Eintritt in meinen persönlichen Gloriolenbereich erst Letzt zu einem blutigen Massaker geführt hat.&lt;br /&gt;
Noch ganz benommen von dem Mord, nutzte ich die nächstbeste Gelegenheit, um mir seelsorgerischen Beistand zu holen.&lt;br /&gt;
Lange musste ich nicht warten, da erwischte ich einen hausbekannten, fundamentalistischen Christen, wie er außerhalb geschlossener Räume auf eine Ansammlung Ameisen trat. Da ich mich ja ebenfalls zu den Ameisenmördern zähle, konnte ich frank und frei den Christen befragen, wie sich das jetzt verhält mit der Töterei von gottgeschaffenem Leben und ob seine Tat nun nach Buße verlangt. Ich könnte mir dann im Notfall was abgucken und heimlich regelgerecht nachbüßen. Zeitliche Abstände zwischen Tat und Sühne dürften eigentlich dem Allmächtigen wurscht sein, Hauptsache es gelingt noch im Diesseits, dachte ich mir.&lt;br /&gt;
Die prompte Antwort, die ich auf meine Frage bekam, hatte ich überhaupt nicht erwartet:  Unter vier Zentimeter Körperlänge ist das o.k.!&lt;br /&gt;
(Zum allgemeinen Verständnis muss ich erwähnen, dass der Angesprochene eine steile Karriere innerhalb der Kirche gemacht hat und die Bibel auswendig kann.)&lt;br /&gt;
Er winkelte sein Bein so an, dass er seine Sohle auf Leichenteile untersuchen konnte. Meine Frage schien ihn nicht im Geringsten zu irritieren.&lt;br /&gt;
Ah so, bei Ameisen brauch man dann ja nicht mal vorher nachmessen, folgerte ich nicht ohne eine gewisse Beklommenheit.  Genau, alttestamentarisch verbrieft, meine Liebe, sparte sich ein Amen und widmete sich Wesentlicherem.&lt;br /&gt;
Da stand ich nun mit wagem Schlechten Gewissen und einer sperrigen Absolution in der Tasche.&lt;br /&gt;
Wie machen das die Christen nur, mit einer solchen Sicherheit von exakten Größen zu sprechen ohne einen anständigen Schulabschluss im Gepäck? (Selbstverständlich möchte ich die Pauschalierung sofort zurücknehmen, aber in diesem Fall ist mir die schulische Vita bekannt).&lt;br /&gt;
Der Gedanke beschäftigte mich noch eine zeitlang, bis ich zu einem schlüssigen Ergebnis kam: Messdiener!&lt;br /&gt;
Ist Ihnen schon aufgefallen, dass öffentlich auftretende Christen selten alleine sind? Man kann also davon ausgehen, dass sich in der Ansammlung Christen immer auch Messdiener befinden, die die profane Arbeit des Berechnens und mit den daraus resultierenden Ergebnissen dienen. Auch die sonntägliche Messe in den Gotteshäusern bekommt einen Sinn, denn dort wird der Blick auf&apos;s Kleintier geschult, wenn mal kein Maßband zur Stelle ist.&lt;br /&gt;
Den Obersten allen Messens nennt man Messias. Er stammt ursprünglich aus Messopotamien, wo er alles vermaß und die Vier-Zentimeter-Regel formulierte, die sich in messdienlichen, mündlichen Überlieferungen bis weit in die Vergangenheit erhielt. Dort entstand auch die erste Tiermasst. Die als eindeutig über vier Zentimeter gemessenen Tiere wie Kühe, Ziegen und Boa Contrictors wurden fortan gemesstet, d.h. künstlich noch größer gemacht, damit jeder Depp, auch ohne Schulbildung, gleich weiß, dass man auf die nicht treten darf.&lt;br /&gt;
Um sich bei den religiös anders orientierten nicht lächerlich zu machen, wurde später eine kleine Veränderung in der Bezeichnung vorgenommen. Bis heute heißt es nun mästen nicht messten.&lt;br /&gt;
Als kleines Hilfsmittel habe ich mir nun kreuz und quer hölzerne Maßstäbe auf den Küchenboden genagelt, an denen die Tierchen irgendwann vorbeilaufen müssen. Ich töte die Winzlinge trotzdem nicht, außer sie kommen mir näher als vier Zentimeter!</description>
    <dc:creator>rinpotsche</dc:creator>
    
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    <dc:date>2008-06-15T15:36:00Z</dc:date>
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    <title>Erstaunlich dickes Eis unter der Kuh</title>
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    <description>Seit meinem Abi, vor ungefähr zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren, habe ich mich nicht mehr so konzentriert wie heute Nachmittag. Damals gipfelte das Leistungshoch in einer zertifizierten Wackeldrei, die ich noch kurze Zeit danach benutzte, aber mir mein weiteres Leben nicht wahrnehmbar besser machte.&lt;br /&gt;
Ich ließ mich in den darauffolgenden Jahren nur noch einmal auf eine staatliche Prüfung ein, dem Motorradführerschein, der ebenfalls über einen befriedigenden Abschluss nicht hinaus kam. Dazwischen und danach lagen Erdnüsse, bei denen ich mich schon sehr anstrengen muss, um mich daran zu erinnern.&lt;br /&gt;
Und heute bekam ich Applaus zur Vertonung und Beleuchtung eines Theaterstückes. Einer Arbeit, die ich nie zuvor gemacht hatte. Er hatte bestimmt eine Wertigkeit, die einer Zwei entsprach. &lt;br /&gt;
Ich will es nicht verhehlen: bin stolz auf mich. &lt;br /&gt;
Fand ich es schon immer faszinierend, HINTER der Bühne die Rowdies zu beobachten, die in normalen Klamotten und ungeschminkt die Knöpfchen und Schalter bedienten. Ab heute gehöre ich zu den Stars im Off, wenn es nicht bloß eine Probe gewesen wäre.&lt;br /&gt;
Trotzdem genieße ich jetzt mal den heimlichen Erfolg. &lt;br /&gt;
Q.e.d.</description>
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    <dc:date>2008-05-24T22:39:00Z</dc:date>
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    <title>Die Kuh in Dir</title>
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    <description>Im kühlen Maiwind, eine Kippe zwischen den klammen Fingern vor der Gefängniswand, hinter der die Alten auf meine Pflege kurz warten mussten, dachte ich über den Artikel im Online-Spiegel nach, den ich gerade gelesen hatte: die Erderwärmung würde jetzt zehn Jahre Pause machen, also bis zum siebzehnten Mai 2018, um dann erst richtig heftig und unaufhaltsam zuzuschlagen. &lt;br /&gt;
Für heute hatten die hochbezahlten Forscher meine Zustimmung. Ich kam erst ins Grübeln, als ich anschließend die Wettervorhersage für&apos;s lange Wochenende aufrief. Nach drei Tagen exakter Vorhersage kommt nur noch die Option Trend. Sie basiert auf einen empirischen Wert. Eine fünfzig prozentige Regenwahrscheinlichkeit im Trend bedeutet, dass im gleichen Monat der vorangegangenen Jahre bei ähnlicher Wetterlage es entweder geregnet hat oder nicht.&lt;br /&gt;
Offensichtlich ist es den Meteorologen nicht wirklich möglich, weiter als bis auf drei Tage das Wetter zuverlässig zu erraten. Auf zehn bis hundert Jahre scheint das Problem geringfügiger zu sein. Schließlich kann man dafür zwischen meterlangen Arktiseisstangen meditieren, die DNA von Singvögeln an rotem Sößchen in die Überlegungen einflechten und gaschromatografische Analysen von vorchristlichem Blut in französischen Höhlen hinzu ziehen. Der Aufwand ist sicher übertrieben, wenn es nur ums Wetter am Wochenende geht. Versteh ich.&lt;br /&gt;
Ich drückte die Kippe aus und checkte nochmal das Magazin. Meine Alten jammern ja nicht.&lt;br /&gt;
Das britische Unterhaus hatte ein deutliches Votum für die Produktion von Sphinxen, Trollen und Zentauren abgegeben. &lt;br /&gt;
Find ich gut. Wurde im Kindergarten oft gefragt, welches Tier ich gern sein würde. Ich wäre gern vorne eine Schnecke und hinten ein Panther. Ein Schnenther oder Pancke, dazwischen ich, geil!&lt;br /&gt;
Bei einem frühen Ultraschallbild einer Schwangeren kann dann gefragt werden, ob die glücklichen Eltern gern den Schwanz und die Kiemen dran haben möchten. Würde die ätzenden Schwimmkurse für Babies in ein ganz anderes Licht rücken. Oder ein Giraffen-Gen für Arme. Der Nachwuchs könnte viel besser den sehr hoch hängenden Nahrungskorb erreichen. &lt;br /&gt;
Als ich den scheinbar ausschlaggebenden Motivationsstoß des Premiers Brown las, nämlich mit Stammzellen aus der Kreuzung Mensch/Rindvieh die furchtbare Krankheit Mukoviszidose heilen zu können, kam mir der einfältige Gedanke, dass Herr Brown fatalerweise das Wort für diese Krankheit falsch geschrieben hat: Muh-Kuh-Viszidose. Dann läge man selbstverständlich mit einer solchen Chimäre richtig. Führe man Forschungen in dieser Richtung weiter, so könnten Allergiker wunderbar mit menschlichen Alligatoren-Stammzellen kuriert und bei Migräne durchaus mal eine Muränenhälfte ausprobiert werden.&lt;br /&gt;
Ich hoffe nur, dass die Voraussicht der Gentechniker nicht der der Meteorologen entspricht.&lt;br /&gt;
In diesem Sinne Mäh, Grunz und ein befreites Kikeriki an alle, die, wie ich, Spaß am Umschreiben der Evolution haben.&lt;br /&gt;
P.S. Mein Chef diniert gerade mit Frau Merkel---also Obacht!</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-20T18:24:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4922173/">
    <title>Als Kurzarbeiter in der Türkei</title>
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    <description>Nigde (gespr.: Niede, da türkisches Dehnungs-G)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grand Hotel Nigde&lt;br /&gt;
Müde&lt;br /&gt;
Übrig bliebe&lt;br /&gt;
Ein Rüde&lt;br /&gt;
Nebst Liebe&lt;br /&gt;
Hier Arbeit&lt;br /&gt;
Und Eis&lt;br /&gt;
Panorama wie Schweiz&lt;br /&gt;
Der Hinflug&lt;br /&gt;
Der Rückflug&lt;br /&gt;
Keine Zeit zum Ausflug&lt;br /&gt;
Dazwischen die Stunden&lt;br /&gt;
Im Museum befunden&lt;br /&gt;
Die Arbeit getan&lt;br /&gt;
Drei Tage vertan&lt;br /&gt;
Gefühle ich wiege&lt;br /&gt;
Am Abend in Nigde&lt;br /&gt;
Zu kurz um zu wissen&lt;br /&gt;
Was werd ich vermissen&lt;br /&gt;
Wenn ich&apos;s hier mal triebe&lt;br /&gt;
Nächtens in Nigde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dez. 2006</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-12T18:29:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4919277/">
    <title>Feuerwerk</title>
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    <description>Sollte mal das Geld nicht reichen für ein opulentes Feuerwerk. Es gibt zumindest die Geräuschkulisse in jedem Supermarkt:&lt;br /&gt;
&lt;img title=&quot;Sollte mal das Geld nicht reichen für ein opulentes Feuerwerk. Es gibt zumindest die Geräuschkulisse in jedem Supermarkt:&quot; height=&quot;300&quot; alt=&quot;Sollte mal das Geld nicht reichen für ein opulentes Feuerwerk. Es gibt zumindest die Geräuschkulisse in jedem Supermarkt:&quot; width=&quot;400&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/rinpotsche/images/Feuerwerk.jpg&quot; /&gt;</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-05-10T11:54:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4900526/">
    <title>Doppelkinn</title>
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    <description>Da löst sich was auf &lt;br /&gt;
schreibe in den Sand die Erinnerung&lt;br /&gt;
an mich&lt;br /&gt;
zu nah am Wasser &lt;br /&gt;
wie Zeitraffer Linien verwischend&lt;br /&gt;
sich mein Vater herausnimmt&lt;br /&gt;
Konturen einebnend&lt;br /&gt;
mich zu seinesgleichen macht&lt;br /&gt;
Immer kleiner der Abstand wird&lt;br /&gt;
von wachsen und sterben&lt;br /&gt;
und verschmelzen&lt;br /&gt;
wer wem was sagt&lt;br /&gt;
wer wem was lehrt&lt;br /&gt;
wer nichts verstanden hat&lt;br /&gt;
vom Wesen&lt;br /&gt;
in&lt;br /&gt;
Allem</description>
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    <dc:date>2008-04-30T18:20:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4895161/">
    <title>Pause</title>
    <link>http://rinpotsche.twoday.net/stories/4895161/</link>
    <description>Wo kommen bloß die Seelen unter, denen ein Gebirge aus Scheiße auf den Rücken gepackt wurde? Deren Trost blankes Entsetzen im Kreis der Mitschuldigen ist. Die soviel Chance haben wie eine Luftblase im Weltall?&lt;br /&gt;
Gehen unsere Betroffenheit und Ekel nicht gerade spazieren mit der Erleichterung, dass es nicht in unserem Dunstkreis geschehen ist? Und ist es nicht so, dass wir gerettet werden wollen? Gerettet von der Mitschuld?&lt;br /&gt;
Weil doch jeder von uns das System am Laufen hält, das ständig den kleinen Notausgang Anonymität parat hat. Wir wissen, dass es Spezialisten für solche Fälle gibt, die seelische Müllverbrennungsanlagen betreiben können.&lt;br /&gt;
Lernen wir nicht gerade, dass wir auch zweihundert kmh in der Kurve dank zusätzlichen Seitenairbags überleben?&lt;br /&gt;
Und dass wir problemlos Tier  und Pflanzengattungen ausrotten können, weil ein Reservat angelegt wurde?&lt;br /&gt;
Streben wir nach Verantwortungslosigkeit und, als höchstem Ziel, zur reinen Selbstbefriedigung? &lt;br /&gt;
Wir müssen ehrlich sein: nicht das Rad war die größte Erfindung der Menschheit, sondern das Glasfenster und die Vorhänge.&lt;br /&gt;
Mir ist schlecht.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-28T17:12:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4895024/">
    <title>Programmfehler</title>
    <link>http://rinpotsche.twoday.net/stories/4895024/</link>
    <description>Wie war das nochmal...&lt;br /&gt;
all die Jahre...&lt;br /&gt;
wir holen alle tief Luft&lt;br /&gt;
und schlagen mit den Herzen um uns&lt;br /&gt;
die Augen nieder&lt;br /&gt;
er winkt über den Zaun&lt;br /&gt;
wir lächeln zurück&lt;br /&gt;
über die gute Nachbarschaft&lt;br /&gt;
sind wir froh&lt;br /&gt;
und froh, und froh&lt;br /&gt;
zieht er den Reißverschluss&lt;br /&gt;
seiner Hose zu&lt;br /&gt;
vom kurzen Weg aus dem Keller&lt;br /&gt;
er wird alt&lt;br /&gt;
denken wir&lt;br /&gt;
er muss so schwer atmen&lt;br /&gt;
die Arbeit im Keller geht&lt;br /&gt;
aber nicht mehr so leicht von der Hand&lt;br /&gt;
bestenfalls die Sorge&lt;br /&gt;
dass er unterm Haus&lt;br /&gt;
nach getanem Werk&lt;br /&gt;
ein Bier auf der Gartenbank braucht&lt;br /&gt;
wir drehen uns um&lt;br /&gt;
und hoffen auf ein langes Leben&lt;br /&gt;
mit ihm&lt;br /&gt;
in guter Nachbarschaft&lt;br /&gt;
dass er sich nicht übernimmt&lt;br /&gt;
im Keller&lt;br /&gt;
vor dem jetzt die Mannschaftswagen stehen</description>
    <dc:creator>rinpotsche</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-28T16:23:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4889331/">
    <title>Altenpflege oder der Tag in Grün</title>
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    <description>Es ging mir heute wie es einem Baby gehen muss, das von einem zum anderen Tag plötzlich Farbfernsehen kann. &lt;br /&gt;
Auf der Fahrt zur Arbeit überholte ich den Frühling, der wie eine flache Welle träge den Berg hochkriecht. Hier oben, wo mein Zuhause ist, schwebt das Grün noch wie ein giftiges Gas um die Äste und unten im Tal läuft schon der Magnolien-Porno, wenn sich die Blüten am Ende vulgär öffnen und die Bäume aussehen, als wäre Vagina-Schlussverkauf.&lt;br /&gt;
Dank Frau Benz kann ich stündlich in der Jahreszeit hin und her fahren, ganz wie&apos;s beliebt.&lt;br /&gt;
Damit soll aber meinem heutigen Grün-Erlebnis noch kein Ende gesetzt sein, denn normalerweise steht mein grünes, kleines Auto vor meinem Haus auf der Straße, wenn ich heimkomme. Heute nicht. Anscheinend hat meine Tochter mit ihrem noch TÜV-warmen Führerschein eine lapidar dahingeworfene Aussage meinerseits ernst genommen und grüngurkt jetzt zur Einsammlung von Verkehrserfahrungen mit MEINEM Eukalyptusbonbon in der Gegend rum. &lt;br /&gt;
Ich bin wahrlich entsetzt darüber, dass ich auch im nüchternen Zustand solchen Scheiß reden kann!&lt;br /&gt;
Dem Grünen nicht genug, musste ich heute bei meiner Tätigkeit der Altenpflege von deren Oberfläche soviel grünes Zeug abnehmen, dass es mir immernoch aus Haar und Sweatshirt rieselt.&lt;br /&gt;
Eigentlich wollte ich den Feierabend mit der Einpflanzung von grober Blattpetersilie ins Hochbeet verbringen, aber da wird nichts draus. Das Mäglein ist randvoll und dürstet nach Entspannung in Rot!</description>
    <dc:creator>rinpotsche</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-25T18:21:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4878311/">
    <title>Gletscher</title>
    <link>http://rinpotsche.twoday.net/stories/4878311/</link>
    <description>Gletscher&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
meine Haut ist braun geworden&lt;br /&gt;
mir ist seltsam warm&lt;br /&gt;
es ist wenig Zeit vergangen, seitdem es juckt&lt;br /&gt;
ich beeil mich&lt;br /&gt;
warum werde ich jetzt gerade gefragt&lt;br /&gt;
wo es doch alle bemerken müssten&lt;br /&gt;
dass ich meinen Kreislauf verlasse&lt;br /&gt;
zaudernd&lt;br /&gt;
schneller, langsamer&lt;br /&gt;
könnte ich kennen&lt;br /&gt;
weil ich gleichzeitig als Kind und Greis lebe&lt;br /&gt;
ich schleife über den Fels&lt;br /&gt;
schiebe seine Schuppen vor mir her&lt;br /&gt;
meine flüssigen Kanäle adern in die Tiefe&lt;br /&gt;
und erfrischen mich morgen mit eisigem Regen&lt;br /&gt;
ich bin nicht mehr ruhig im Fluss&lt;br /&gt;
nicht mehr rund im Schleudergang&lt;br /&gt;
muss mich einstellen auf neue Varianten&lt;br /&gt;
werde zu schnell&lt;br /&gt;
verpasse die Abzweige nach unten&lt;br /&gt;
ich hätte so viele Fragen beantworten können&lt;br /&gt;
so lange Zeit&lt;br /&gt;
jetzt bin ich mit mir selbst beschäftigt&lt;br /&gt;
es tut mir leid&lt;br /&gt;
ich kann euch nicht mehr helfen&lt;br /&gt;
ich gehe zurück in meine Kindheit&lt;br /&gt;
tief unten&lt;br /&gt;
spiel ich wieder &lt;br /&gt;
mein schnelles Spiel&lt;br /&gt;
und ihr müsst jetzt halt warten&lt;br /&gt;
bis ich wieder an der Oberfläche&lt;br /&gt;
langsamer werde&lt;br /&gt;
weil ihr für die Fragen die falsche Geschwindigkeit habt</description>
    <dc:creator>rinpotsche</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-21T19:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4857172/">
    <title>Gottes Speedway</title>
    <link>http://rinpotsche.twoday.net/stories/4857172/</link>
    <description>Als alter Gegenstromschwimmer, Sonnenblumenauf schlaghosensticker, Käferhaubenbekleber, Wasserwerferduscher und Antiunterhosenwechsler kann ich es kaum ertragen, den Sprössling auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin in feines Tuch zu kleiden. Nein, das kostbar eingetauschte Geld, das keine Versicherung jeh sehen wird, in  spießiges Geschmeide zu investieren löst den eigentlichen Brechreiz aus. &lt;br /&gt;
Es naht die kirchliche Weihung, ein freiwilliger Entscheid des halbwüchsigen Sohnes, die vom Pope selbst im Konfirmandenunterricht mit einer Mindesteinnahme von tausendfünfhundert Zwetschgen im rudimentär angelegten Hirn der immernoch als rechtsfähig eingeschränkten Zielperson zu einem gordischen Knoten verknüpft wurde. Hätte er ihm die Inhalation eines Kuhfladens zum Gegenwert von fünfhundert angeboten, wäre dies ebenso als zu überlegende Einnahmequelle herangezogen worden.&lt;br /&gt;
Wohlweißlich entschied die Kirche zum Eintrittsalter der Vereinsmitglieder in einem Stadium, das den größtmöglichen Abstand zu vernunftsorientiertem Verhalten in der menschlichen Entwicklung hat. Der kritische Erziehungsberechtigte neigt in solchen Brutphasen durchaus zu alternativen Religionsvorschlägen, die z.B. statt Geld die einzig weitere Option, nämlich ein paar Dutzend Jungfrauen in Aussicht stellt. Und die nicht mal am Tag der Mitgliedschaftsunterzeichnung, sondern irgendwann. &lt;br /&gt;
Momentan würde mir diese Beschaffung weitaus leichter fallen, zumal man dabei durchaus  ein bisschen bescheißen könnte.&lt;br /&gt;
So harmlos und unschuldig die einjährige Schulung daherkommt, hehre Absichtsbezeugungen sich ein Stelldichein gaben, so verkrampft  wird am konservativen Endspurt gedoktert, dem strahlend goldenen Rahmen, der allen solventen Tanten den Atem rauben soll. Es müssen dann doch italiensche Markenschuhe sein, die den zu erwartenden Umschlag aufpolstern würden, die sündhaftteure Umänderung der Anzugshose zur zweiten Haut, die die Portmonnais aus den Taschen fallen lassen und der unter heißen Tränen erpresseten Accesoires, die zum spontanen Einsatz als Alleinerbe zwingen.&lt;br /&gt;
Das allein ist Gegenstand des Versprechens. &lt;br /&gt;
Da kann ich mich lang abends hinsetzen und über die Kirchensteuer referieren, die das Konfirmationsgeld in Nullkommanichts amortisiert. Der doofelterngeborgene Schüler sieht seiner versprochenen heißen Penunzenbrause in orgastischer Erwartung auf enthemmtem Kauf aller marktführenden Games bei Saturn, dem befreiten illegalen Herunterladen von Index-Songs und zahlreichem Schwarzfahren gelassen entgegen. Und das alles mit dem echten Segen Gottes.&lt;br /&gt;
Hauptsache, die Garderobe stimmt.</description>
    <dc:creator>rinpotsche</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-11T20:33:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4846106/">
    <title>Spruch a part</title>
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    <description>Ich sehe was, was Du nicht siehst..!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, scheiße aus!</description>
    <dc:creator>rinpotsche</dc:creator>
    
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    <dc:date>2008-04-08T00:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4846090/">
    <title>Beeten</title>
    <link>http://rinpotsche.twoday.net/stories/4846090/</link>
    <description>Eigentlich war ich nur auf der Suche nach dem Ansatz einer Story, einem kleinen Keim für eine Geschichte, deren logisches Umfeld zu erfinden mir meine Abende versüßen sollte. &lt;br /&gt;
Aufmerksames Beobachten und empfindliche Ohren gehören selbstverständlich zu meinem Handwerkszeug und sind allzeit bereit. Auch, wenn ich mit den Gedanken bei der Vorbereitung des Abendessens und der daraus resultierenden Zusammenstellung des Einkaufszettels bin.&lt;br /&gt;
Meine Freude an der Zubereitung eines unkonventionellen Mahls war umso größer als ich in freudiger Erwartung der Freizeit danach sein konnte. Immer mehr pflegte ich das Genre des Morbiden. Der Hang dazu kam nicht von Ungefähr.&lt;br /&gt;
So kam es auch, dass ich bei meinen regelmäßigen Spaziergängen auf den Dorfwiesen auf einen Garten aufmerksam wurde, der wie Falschgeld in der Landschaft stand. &lt;br /&gt;
Inmitten der Streuobstwiesen wirkte das Areal wie eine betonierte Festung riesigen Ausmaßes, die durchaus ihre abstandshaltende Wirkung entfaltete, indem auch ich, als extrem neugierige Person, wie selbstverständlich einen weiten Bogen darum zog. &lt;br /&gt;
Trotz meiner regen Phantasie befand ich mich jedoch in einem unangenehmen kreativen Loch, das mich über meine eh schon sehr weit gesteckten Grenzen hinaus sogar für offensichtlich Ungeeignetes sensibilisierte.&lt;br /&gt;
Den Garten habe ich schon oft mit Abstand wahrgenommen. Letzte Woche kam zu meinem Leistungstief aber auch noch der Wunsch nach wenig Begegnungen auf meinem Spaziergang dazu. So nahm ich einen unüblichen, parallel zum befestigten Weg verlaufenden Grasweg, um nicht die Menschen zu treffen, die mit mir den gleichen Weg eingeschlagen hatten und mir weit sichtbar entgegenkamen.&lt;br /&gt;
Selstsamerweise zog mich der Garten magisch an und ich schlug in freudiger Erwartung die neue Strecke ein, die direkt an dem Areal entlang führte.&lt;br /&gt;
Der Tag war von sehr wechselhaftem Wetter, Regenschauer beherrschten meinen Ausflug, die schon in der Nacht zuvor alles aufgeweicht hatten. Unter dem Aspekt wäre die Wahl für den geteerten Weg die bessere gewesen, aber meine Ausrüstung konnte ohne weiteres auch dem grasbewachsenen Abseits standhalten. Also ging ich forsch auf den Garten zu. Die anfangs solide Grasnarbe wich zunehmend  der darunterliegenden Erdschicht, da der Weg scheinbar öfters als Zufahrt genutzt wurde. Solche Spuren waren in der Gegend eher selten, obwohl die zahlreichen Streuobstwiesen von mehr oder weniger intensiver Pflege sprachen. Trotzdem war kaum ein Auto hier oben zu sehen, außer zu den üblichen Baumschnitt  oder Erntezeiten. Das Gebiet, in das ich jetzt lief, zeigte, hingegen der restlichen Umgebung, eine deutlich größere fürsorgliche Betreuung. Die Wiesen waren regelrecht gepflegt wie ein, zugegeben schlampiger, englischer Rasen. Es lag kein verrottetes Laub unter den Bäumen oder unaufgeräumte Haufen vergammelten Obstes nebendran. Die Ränder der Raine waren akkurat gesäumt und man konnte nicht wirklich von Unkrautwuchs oder Moosbefall reden. Von außergewöhnlichem, aber nicht besorgniserregend guter Qualität.&lt;br /&gt;
Wie eine Festung ragte der heckenumfasste Garten vor mir auf. Ein schwarz gestrichenes, blickdichtes Holztor als negative Demonstration einer Einladung ging vom Weg ab. An dieser Stelle war der Garten etwas eingezogen, aber immernoch in perfekter Geometrie eingebunden. Obwohl ich eigentlich ein gutes Augenmaß für Abstände und Entfernungen hatte, trügte mich doch bei meinem Abstand von etwa achtzig Metern die Gewissheit, über die Hecke sehen zu können. Beim Näherkommen türmte sich das grüne Bollwerk mindestens auf das Doppelte meiner eigenen Körpergröße auf und meine Vorfreude auf Einblick sank gegen Null. Es war sehr klar, dass vom Besitzer nicht der geringste Wunsch bestand, mit dem Innern des Gartens angeben zu wollen. Jedenfalls nicht bei ungeladenen Gästen.&lt;br /&gt;
Den Blick geprägt durch die schwindende Chance, irgendetwas Mysteriöses außer der seltsamen Einzäunung selbst an dem Areal zu entdecken, schaute ich mich in der unmittelbaren Umgebung um. Da war ein kleiner Hain mit einer Tanne und hohen Büschen gegenüber dem riesigen Gartentor in etwa zwanzig Schritt Entfernung. Dort, in einer kleinen, ausgehauenen Nische befand sich ein selbstgefertigtes Bänkchen mit Rückenlehne. Erstmal erregte es bei mir keine besondere Aufmerksamkeit. Sowas kommt in der Aussichtslage der Umgebung schon mal vor. In der weiten Flucht konnte man auf die nahe Stadt und das Gebirge im Hintergrund sehen, dessen Ausblick Flachländern durchaus eine Rast auf einem Bänkchen wert war.&lt;br /&gt;
Ohne dass ich mir meines Weges bewusst war, ging zu dem vergleichsweise unordentlichen Stück Wildwuchses und der Bank. Sie war eher notdürftig zusammengenagelt und lud nicht gerade zum Verweilen ein. An der einen Seite war ein in Cellophan eingepackter, vertrockneter Blumenstrauß angebunden. Darunter lagen zwei leere Kokosnussschalen auf dem trockenen Erdboden, der von dem dichten Tannenwuchs vor Nässe geschützt war.&lt;br /&gt;
Bei näherem Hinsehen waren da noch mehrere zerknüllte, alte Cellophanhüllen rings um die Nusshälften, die schon grünlich schimmerten. Ihre materialbedingten Eigenschaften waren wohl mehr dazu geeignet, die Nässe aufzunehmen, als der erdige Boden, der sofort alles in seine Tiefen saugte.&lt;br /&gt;
Erst als ich wieder zum Garten zurückgehen wollte, fiel mir die sinnlose Positionierung der Bank auf, die nicht einen Panoramablick über das weite Tal offenbarte, sondern sich in einer Linie auf das schwarze Holztor des Gartens konzentrierte. Der Abstand war so gering, dass neben dem Tor als Sichtzentrum das Sehfeld zusätzlich durch die rechts und links angrenzende Hecke der Schmalseite ausgefüllt war. &lt;br /&gt;
Mein Gott, ich spürte förmlich die Erwartung, die einen übermannen musste, wenn sich der mir bietende Anblick des toten Eingang einen anderen Hintergrund hatte. Ich nicht ich bin, sondern ein Gast, der darauf wartete, dass sich das zweiflügelige Tor öffnete und jeden Wunsch nach Aussicht übertraf.&lt;br /&gt;
Irgendwo im Hirn, wo sich Informationen der Augen mit Ahnungen treffen, braute sich bei mir ein Gewitter zusammen. Zugegeben war ich nicht als hohler Spaziergänger unterwegs, der sich ausschließlich dem Wegesrand und der guten Luft widmete, aber die zunehmend unheimlichen Gegebenheiten drängten sich mir förmlich auf. Welch ein Glück ich hatte, da sich der Keim, den ich dringend zur Erholung brauchte, ohne mein Zutun festgesetzt hatte und eifrig anlagerte. Ich musste nur die Augen offen halten, den Rest besorgte der Instinkt.&lt;br /&gt;
Recht schnell ging ich geradeaus zurück zum rautenförmigen Vorplatz vor dem Tor und schneller, als ich reagieren konnte, lag ich auf der Nase. Unbedacht des glitschigen Bodens verlor ich an der leicht abschüssigen Stelle zwischen Weg und Gartentor den Halt und rutschte auf der nassen Erde aus. Die Hüfte rettend nach oben gestemmt, lag mein Oberarm und die komplette Beinseite im Dreck, als würde ich eine gymnastische Übung absolvieren. Um aufzustehen musste ich beide Knie im Dreck versenken, mich mit den Händen aufstützen und die Schuhspitzen tief in den Schlamm graben. Während der ganzen, erniedrigenden Aktion blieben meine Augen wie der Griff zum rettenden Seil, an dem Bänkchen haften und mein Gehirn kapriolte mir ein eng sitzendes Publikum auf eben dieser Bank, die dem Schauspiel vergnügt beiwohnten. Applaus und ich stand mit leicht gespreizten Beinen, die Sohlen der Schuhe in den Matsch grabend mit Blick zur imaginären Menschenmenge und dümmlich grinsend. Hatte mich, abgesehen von den geladenen Gästen, irgendjemand unfreiwillig beobachtet? Mit dem Rücken zum Tor konnte ich einen großen Teil der Streuobstwiesen einsehen, aber weit und breit war keine Menschenseele auszumachen. Gott sei Dank war ich alleine.&lt;br /&gt;
Zögerlich machte ich einen kleinen Schritt zur Seite, blickte nach unten und stellte unberührten, griffigen Rasen fest. Ich hätte die Stelle zum Ausrutschen nicht besser treffen können. Auf der ganzen großen Fläche gab es nur einen höchstens zwei Meter breiten und langen Streifen, der keinen Bewuchs hatte. Reifenspuren gingen kreuz und quer, hatten dem Gras keine Chance gelassen und legten bloße, nasse Erde frei, die mir zum Verhängnis geworden war. Mein Sturz hatte das Reifenmuster derart zerstört, dass er sich wie die Schleifspur eines großen und schweren Gegenstandes darüberlegte. Ich hatte die interessanteste Stelle nun mit meinem eigenen Körper aufs Deutlichste markiert und alle anderen Spuren perfekt verwischt. Es war bestimmt nicht meine Absicht, mich derart in die Geschichte einzubringen. Ehrlich gesagt, wär ich jetzt gerne gegangen und hätte eine noch bessere Geschichte meinem aufmerksamen Nachfolger hinterlassen, der sicher hocherfreut über Schleifspuren genau an dieser Stelle gewesen wäre. So wird Geschichte verfälscht, aber ein schlüssiges Konstrukt hat uns von je her entspannt über langweilige Tatsachen hinwegsehen lassen. &lt;br /&gt;
Ich konnte und wollte aber den Platz nicht verlassen, obwohl sich die Schleifspur in meiner Geschichte leider nicht verwerten lassen würde.&lt;br /&gt;
In der folgenden Zeit, die ich dort verbrachte, ließen die weiteren Entdeckungen meine dramaturgische Zutat zusehends verblassen. Es sollte noch dicker kommen und dafür konnte ich nun wirklich nichts.&lt;br /&gt;
Ich scannte die Gegend und stieß auf ein kleines Bäumchen, an dem eine enorm große Stütze angebunden war. Als Besitzer eines Gartens und eigenen Bäumen kannte ich den Unterschied zwischen einem jungen und einem ausgewachsenen Baum. Bei diesem handelte es sich um ein Bäumchen, dessen Krone ich mit gerecktem Arm ohne Hilfsmittel erreichen konnte. Also entweder um ein gezüchteten Niedrigwuchs, der einfacheren Ernte wegen, oder einem Zwergenwuchs. Jedenfalls war die Stütze sowohl überflüssig als auch überdimensioniert. Trotzdem war der recht dünne Holzstab an einem einigermaßen starken Ast mit einem Kabelbinder befestigt und überragte die Krone um das Doppelte. An seinem Ende befand sich ein galgenähnlicher Abschluss, der seinem Aussehen alle Ehre machte, zumal weithin sichtbar wie es sich für einen Galgen gehört.&lt;br /&gt;
Ich stand immernoch wie angewurzelt mit Klumpen von Erde an den Schuhen und dem Garten im Rücken neben seinem Zugang und überlegte krampfhaft den Sinn der Installationen und im Weiteren ihren Zusammenhang. &lt;br /&gt;
In meinem Kopf formte sich die Idee, den Platz geometrisch zu sehen, ihm Form und Ziffern zu geben. Das hatte schon bei der Entschlüsselung der Pyramiden geholfen und da sprach später keiner mehr von Größenwahn. Vielleicht hatte ich mit meiner Phantasie recht. Sie war so oft diejenige, die den Anstoß gab, die aus Geschichten Realität machte, die den Schlüssel für so manches Verbrechen parat hielt, die an einer Kreuzung unkonventionell nach oben zeigte, um damit den Blickwinkel in die klärende Richtung abänderte. Sicher bin ich mit ihrer Begleitung oft gescheitert, hab mich lächerlich gemacht und wurde enttäuscht. Aber sie kann auch in jedem Moment genau richtig liegen und wann dieser da ist, weiß keiner.&lt;br /&gt;
Sie war jetzt auch diejenige, die mich vom Nachhauseweg abhielt. Und, obwohl es schon anfing zu dämmern, was dem Ort einen zusätzlichen Kick ins Okkulte gab, machte ich mich auf den Weg, die Festung zu umrunden.&lt;br /&gt;
Bei der tiefgrünen und dichten Hecke handelte es sich um Thuja. Die gute, alte Pflanze, die abendländisch gern als Mauer missbraucht wird, weil sie hier solitär kaum wachsen würde. Zehn, zwanzig, in diesem Fall zu Hunderten werden sie zum verflochtenen Wuchs dicht aneinander gesetzt nur mit dem Ziel, eine gefällige Alternative zur Betonversion darzustellen. In den Pflanzenzentren stehen sie in der Abteilung Immergrün, das zieht und ist neben dem Attribut winterhart ein Garant für erfolgreiches Gärteln ohne Kenntnisse. Trotz allen Versprechen gibt es keine Garantie für zuverlässige Gesundheit im Pflanzenreich und Kümmerchen, die einer besonderen Pflege bedürfen oder tatsächlich sich nur als Einzelpflanze behaupten können. &lt;br /&gt;
In dieses resignierte Pflänzchen legte ich all meine Hoffnung, als ich den schmalen Pfad entlang des grünen Bollwerks aufnahm. Der eher von Tieren als von Menschen genutzte Weg führte so päb (es gibt im Hochdeutschen keinen Ausdruck, der die Nähe treffender beschreiben könnte) an der Hecke entlang, dass meine Schulter ein raschelndes Rattern an der Heckenwand verursachte. Inzwischen drang auch die Feuchtigkeit vom Sturz unangenehm durch den Stoff. Auch mein Gesicht war dreckverschmiert, der langsam trocknete und auf der Haut spannte. Vom Ellenbogen ging ein dumpfer Schmerz aus und strahlte hinauf zur Schulter. Ich hatte die Gartenseite leider so gewählt, dass diese vom Sturz lädierte Seite dauernd an den Thujazweigen hängenblieb, wie zur Erinnerung, dass ich hier eigentlich nichts zu suchen hätte.&lt;br /&gt;
Nichts brachte mich von meiner Suche nach Fehlern des Gegenspielers ab. Ich hatte Blut geleckt und wollte um keinen Preis die Arena verlassen. Ich konnte meine Aufregung kaum noch bändigen und war willens, wenn nötig die ganze Nacht ums Carree zu laufen. Die Zuversicht, ganz nah an einer sensationellen Entdeckung zu sein, hatte sich fast materialisiert und gab mir das Gefühl, mich an der Hand genommen zu haben. Allerdings war klar, dass sie loslassen würde, falls etwas Seltsames auftauchen sollte. So war ich auf meinem Weg entlang der grünen Festung erst mal fürsorglich begleitet, in dem Moment, als ich die tote Thuja entdeckte, war ich wieder allein. Man kennt das von unliebsamen Behördengängen oder dem Vorsprechen bei der Schuldirektorin. Bis zur Tür sind alle dabei, aber wehe es dröhnt ein Herein durch die Furt. Geh du mal vor, ist ja dein Ding. Eigentlich.&lt;br /&gt;
Irgendwie nackt stand ich nun vor dem Fenster, das die Thuja im Todeskampf geöffnet hatte und nahm erleichtert den überraschend ungenügenden Blick ins Innere des Gartens wahr, den die dürren Ästchen immer noch reichlich versperrten.&lt;br /&gt;
Anscheinend war vom Besitzer des Gartens die Lücke schon längst bemerkt worden, denn mir war nur möglich, einen geraden Streifen des Innenlebens zu erhaschen, gegen die seitlichen Blicke waren grüne Plastikbahnen gespannt, die perfekt jeglichen Informationswert des freien Blickes vereitelten. &lt;br /&gt;
Ich sah einen betonierten Weg an dessen Ende ein Sandsteintisch stand, dahinter eine Bank, ebenfalls aus Stein und an deren Anschluss ein betonierter Teich in quadratischer Form. Die direkte Umgebung war aufgeräumt und hügelig. In der Nähe der Hügel waren kleine Blumenrabatte gepflanzt, auf den Hügeln standen Tannen. Ich konnte erahnen, dass auf dem Gelände mehrere Hütten standen, aber die Vermutung basierte auf Schatten, die nicht sichtbare, größere Gebilde werfen. Mehr war nicht auszumachen. Ich war soweit an der Längsseite gegangen, dass ich mich kurz vor dem rechten Winkel zur gegenüberliegenden Schmalseite zum Tor befand. Diese Tatsache erlaubte mir zudem die Sicht auf die innere Schmalseite. Eine riesige Bockleiter mit breitem Tritt an der Spitze stand direkt vor der Hecke. Das glänzende Aluminium und die Räder an einer Fußseite erklärten mit aller Deutlichkeit, wo die Prioritäten des Besitzers angesiedelt sind. Bei all den Geheimnissen, die ich durch die verstorbene Thuja erfuhr, blieb trotz allem die Erkenntnis zum Zweck einer solch aufwändigen Komposition im Dunkeln.&lt;br /&gt;
Auch ich musste meine phantastische Begleiterin zügeln, die schnell mit okkulten Zermionellen bei der Hand war. Für meine Begriffe hätte etwas mehr Schwarz dabei sein sollen, um sie frei wirken lassen zu können. Als ich meinte, alles gesehen zu haben, setzte ich meinen Weg fort. Wo eine Thuja sich verabschiedet hatte könnte durchaus noch weitere kommen. Abermals versank ich in Gedanken, meditierte fast mit den Eindrücken, als ich tatsächlich eine erneute Lücke fand. Die Lücken waren aus dem spitzen Winkel, den der Weg bot, erst in dem Moment zu sehen, als man direkt davor stand. Dieser zweite Einblick war offensichtlich noch älter und direkt im Innern mit grüner Folie abgedeckt. Keine Chance auch nur ein winziges Detail zu erhaschen. Das einzige, was ich sah, war die enorme Dicke der Hecke, fast anderthalb Meter, und ich konnte der Querschnitt als pfeilförmig ausmachen. Mehr war nicht.&lt;br /&gt;
Die zweite Längsseite war von einem angrenzenden Garten verdeckt, der weit weniger Wert auf Unsichtbarkeit legte, aber er verwehrte mir die unmittelbare Nähe. Ich ging meine Beobachtungen durch und wehrte mich verzweifelt gegen das aufkommende Gefühl, wieder mal Blutrünstiges in Rote Bete Saft gesehen zu haben und, vor allem, die Phantasie zu früh verabschiedet zu haben.&lt;br /&gt;
Klammernd ging ich den Anfang der Begegnung durch. Reifenspuren, die Bank gegenüber, der Galgen, der gut als nicht geeignete Aststütze durchgehen kann, die sehen nunmal so aus wie ein Galgen. Ich hatte von der Bank aus auf das Tor geschaut. Über dem gut zweieinhalb Meter hohen Tor hätte der Winkel ausgereicht, um zumindest den oberen Teil der Gartenbäume sehen zu können. Weil aber heute ein starker Wind ging, war ich geräuschunempfindlich und bemerkte erst jetzt das flatternde Geräusch, das mir in der Bankposition anscheinend unterbewusst aufgefallen war. Ich ging schneller. Der kalte Ostwind, der mich den ganzen Spaziergang über so fürchterlich gestört hatte, kalt und böig wie er war, wurde jetzt in seiner Beständigkeit von mir geradezu beschworen. Ich musste die Bank erreichen, bevor er abflaute, wie es zum Abend hin in der Vorhersage stattfinden sollte. Jede Windstille wurde zur Qual, machte des Rätsels Lösung unerreichbarer. Mein Herz schlug wie wild, weil alles vor mir lag, ich nur zur rechten Zeit am richtigen Ort sein musste, keine Phantasie brauchte, meine Geschichte vor mir lag und ich nur noch zugreifen musste. Der Wind sollte sie mir zutragen und mich lehren, keinen einzigen Hinweis mehr außer Acht zu lassen. Meine Anspannung steigerte sich bei all den euphorischen Gedanken bis zum Bersten. Es lagen immer noch bestimmt fünfzig Meter vor mir und ich konnte die Bank nicht sehen. Ich bekam eine Ahnung von Raserei. Ich war die einzige, die das Geheimnis aufdecken konnte. Wer sonst war in der Lage, solche harmlosen Eindrücke miteinander so zu kombinieren, das sie zu einem perfiden Plan zusammen zu schmieden waren, dessen detektivische Arbeit eine ähnlich kriminelle Energie brauchte wie die Täter selbst haben.&lt;br /&gt;
Zu meinem Glück wurde der Wind eher stärker, drückte mich an den Metallzaun des angrenzenden Grundstücks und blies mir ins Gesicht. Ich stemmte mich dagegen, wurde aber langsamer und erreichte die Bank in recht abgekämpfter Kondition. Wie selbstverständlich setzte ich mich auf die maroden Planken, die wettergegerbt silbern glänzten. In meiner Hand hielt ich einen kleinen Strauß Schlüsselblumen, den ich schon zu Beginn meines Spazierganges gepflückt hatte. Vom Sturz und dem langen Halten ließ er die Köpfchen hängen, aber das konnte man mit genügend Wasser und einem Schnitt der Stilenden beheben. Erst als sich die grüne Plane oberhalb des Tores im Wind bewegte, für kurze Augenblicke die riesige Glasfront preisgab und nach unendlich langem Warten endlich wie ein Vorhang zurückgezogen wurde, das Tor langsam aufging und die Scheinwerfer mir den Weg zeigten wusste ich, dass ich angekommen war.</description>
    <dc:creator>rinpotsche</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-07T23:51:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://rinpotsche.twoday.net/stories/4780606/">
    <title>Fortyfive</title>
    <link>http://rinpotsche.twoday.net/stories/4780606/</link>
    <description>Ich höre keinen einzgen Tusch&lt;br /&gt;
kein Eintrag in das Ehrenbuch&lt;br /&gt;
der Himmel nicht silvestergleich&lt;br /&gt;
ich bin doch jetzt schon fortyfive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es fehlt der rauschende Applaus&lt;br /&gt;
die Flasche Wein vom Nachbar Klaus&lt;br /&gt;
die Lobesreden der Familie&lt;br /&gt;
und auch kein Wort zu meiner Linie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kein Prozent im Sparbuch hoch&lt;br /&gt;
nicht das kleinste Steuerloch&lt;br /&gt;
Wo bleibt bloß der Kometenschweif&lt;br /&gt;
seit gestern bin ich fortyfive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verzweifelt such ichs Bonusheft&lt;br /&gt;
verhelf den Ärzten zum Geschäft&lt;br /&gt;
es kribbelt hier und zippelt da&lt;br /&gt;
den Kassen reichts fürs ganze Jahr&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durchs Dünn hab ich mich durchlaviert&lt;br /&gt;
das Dick wurd neulich akzeptiert&lt;br /&gt;
einzig an fetten Zellen wurd ich reich&lt;br /&gt;
bis zu meinen fortyfive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor kurzem überholte mich ne Schnecke&lt;br /&gt;
gerade als ich eine Zecke weckte&lt;br /&gt;
die auf mir tief im Schlafe lag&lt;br /&gt;
nur weil ich mich wie tot betrag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ich bild mir ein Posaunenklänge&lt;br /&gt;
und ebenso viel Luftgeschlänge&lt;br /&gt;
sanft meinen Körper wohlig streifen&lt;br /&gt;
um Mitternacht zum fortyfiven&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Wein hab ich mir selbst geschenkt&lt;br /&gt;
den guten Taten wohl gedenkt&lt;br /&gt;
die Haustür auf und zu gemacht&lt;br /&gt;
und niemanden zum Tisch gebracht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
den Braten ganz allein gegessen&lt;br /&gt;
natürlich mich recht überfressen&lt;br /&gt;
den fünften Schnaps gekippt schon bleich&lt;br /&gt;
so feiert ich den fortyfive&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das nächste Jahr mir vorgenommen&lt;br /&gt;
will ich nicht sein allein benommen&lt;br /&gt;
da lad ich ganz viel Leute ein&lt;br /&gt;
benehm mich wie ein geiles Schwein&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
bereite meinen Körper vor&lt;br /&gt;
hol Freunde singend mir im Chor&lt;br /&gt;
lern viele gute Psychotricks&lt;br /&gt;
und freu mich auf den fortysix</description>
    <dc:creator>rinpotsche</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 rinpotsche</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-12T18:55:00Z</dc:date>
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