Sonntag, 26. Juli 2009

Herr Fox und Herr R.


Ich durfte wollte nicht mit zum Peter Umsonst & Draußen Fox-Konzert beim FEST in Karlruhe. Pfff, sag ich da bloß. Nee, aber echt, man hat dort die einmalige Gelegenheit, ohnmächtig aufrecht zu bleiben, oder ungewollt schwanger ohne Bodenkontakt neue Leute in 500 Meter Entfernung kennen zu lernen, die einen nicht leiden können. Es heißt ja auch nicht von Ungefähr, das FEST trägt sich selbst.
Jedenfalls, was ich eigentlich sagen wollte, ist Folgendes: Angewandte Physik vom Feinsten. Und das gleich doppelt.
So ist es unmöglich, von den grasigen Publikummervögeln Empirie zu erwarten, sie nehmen jedes Jahr den gigantischen Mischpultkoloss zum Treffpunkt. Eingeweide bezeichnen die Beobachtung des dadurch entstehenden Naturschauspiels, eines breiten und kreischenden Menschenstromes über Stunden und gemächlich rund um den Turm ziehend, als den alljährlichen Hauptact. Noch schöner, wenn es Hunde regnet. Eine Art Andromedarbodennebel.
Direkt dahinter buckelt sich eine Anhöhe. (Der unerfahrene Karlsruher nennt das Berg. Ein Ausdruck, den er von den durchfahrenden Holländern aufschnappte und nun großzügig verbreitet).
Der Hügel (in der Tat ist die Erhebung im Hintergrund nicht aufgrund der FESTgetrampelten vom Vorjahr entstanden, sondern bester Rheinkiessandboden mit chancenlosem Bewuchs. Soll jetzt nicht heißen, mit zukünftigem Entlassungspotential, sondern echtem Gras. Jaja, auch das, aber das dann aus der Pfalz importiert und schon verraucht.)
Wo war ich? Achso, im Physikunterricht. Also, der sogarbenannte Feldherrenhügel sieht zwar naheliegend aus, ist aber exakt 330 Meter von dem Ort entfernt, wo die Musik entsteht. Hätte man, auf dem Hügelhang sitzend, eine schlechte Aussicht, wäre alles bei weitem nicht so schlimm, wie es hingegen der ausgezeichneten Sicht zuschulden ist, dass man auf eine schmerzliche Raumzeit-Verkantung trifft. Richtig furchtbar wird es, werkelt auf der Bühne ein ehrgeiziger Schlagzeuger. Es kommt zur finalen Katastrophe, wenn dieser die Drumsticks in den Schlussakkord schmeißt. Ist wie nachdieseln, und man ist sich schlagartig gewiss, alles gesehen, alles gehört und alles verpasst zu haben.
Herr R. kam zurück und sprach lapidar: "Du wärst dafür eh zu kurz gewesen!"
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