Derball.
Unendlich naiv, wie es meinem Wesen liegt, bin ich davon ausgegangen, dass das Thema Abitur mit der Tiefkühltruhe ad acta gelegt werden konnte.
Zudem glänzte die Tochter ja nicht gerade diplomatisch, indem sie unbesonnen genau nur die Hälfte meiner eigenen Abschlussnote nach Hause brachte. "So wenig?" fragte ich enttäuscht, und "Und nun?".
"Nun ist Abiball, herzallerliebste Mama!" wobei sie in Deckung ging, nicht ohne dabei mein elegantes brett-a-porter Handwerker-Outfit zu mustern.
Dank meiner ausgeprägten Sportlichkeit war es mir ein Leichtes, in einer komplizierten Hängeohrposition zu erstarren. Passend zum Dressing.
Die kleine, mit vorauseilendem Vorwurf geschriebene Beurteilung, die justamente auf ihrer Stirnfläche aufleuchtete, ließ mich zudem anaerob aufseufzend machen.
Mir wurde kurz ein unterirdisches Oberwassergrinsen gezeigt, wonach der bekannt mitleidige Gesichtsausdruck beim Anblick eines überfahrenen Rehs folgte.
Das war das äußere, szenische Erscheinungsbild.
Währendessen versanken meine Gedanken in meditative Klausur.
Hatte ich mir doch über anstrengende Jahre hinweg eine puschelige Trendfigur zugelegt. Ein Hauch amorpher Masse, um mich vor Wind, Wetter und gierigen Männerblicken zu schützen.
Das Geheimnis wollen Sie wissen? Trendkost. Je nach Lust und Laune gegrillte Kuhlende im Wechsel mit übergroßen Bounties fliegen lassen. Dann zelten gehen im eigenen Kleid. Meterware, die nicht die Vergewaltigung einer unmenschlichen Perforationsfolter durch schnürende Nadelstiche erleben musste. So detailliert empathisch bin ich halt.
Passende Gürtel zählen ebenso zu den Exoten, wie die schon im Paläozotikum ausgestorbenen Langrinder, die überhaupt eine solche Epidermisleistung für die erforderlichen Ausmaße aufbringen konnten.
Und jetzt das. Ball.
Vor hunderten von Jahren, als der Beginn der Pubertät noch mit dem feierlichen Kircheneintritt aber so: *Fäustchen-Fäustchen* stand, hatte ich Tanzschule, wie Zahnstein oder Knickfuß, die jäh in einem Ballabend endete.
Meine erste Herrenwahl hatte zwar den Stehblues, allerdings mit einer Anderen. 2 und 3 "keine Zeit"; 4,5 und 6 waren zwischenzeitlich Vater geworden, und mussten ausgerechnet an dem Abend ein großes Geschäft abwickeln, doch Nr. Sieben war bereit und willig, wenn auch ledrig zäh.
Spontan, wie ich bin, bedeutete er mir ab sofort viel.
In einem intensiven und langen Gespräch zwischen Tür und Angel erklärte ich ihm, dass er zwar Blumen, aber keinesfalls von der Sorte der Nelkenblütler mitbringen soll. Er verneinte glaubwürdig, wunk mirabzu und erschien am entscheidenden Abend als Sozius auf dem freundchauffierten Mopped an den Außentreppen des Ballsaales, auf denen ich mich, nach einem knapp einstündigem Warten, eingewurzeltniedergelassen hatte.
Tatsächlich fand er die Zeit, vom laufenden Mopped abzusteigen und mir einen, durch den Fahrtwind nett aufgehübschten, Strauß dreier, verschiedenfarbener Nelken in die feuchten Hände zu drücken.
Er selbst war schneller wieder verschwunden, als die Nelken zu stinken anfangen konnten.
Das dazu.
Und genau dieser Hauch des Todes stieg mir in die imaginäre Hirnnase, als ich diesen doch sehr schnell aufeinanderfolgenden Termin eines erneuten Balles gewahr wurde. (Egomane Befindlichkeiten jetzt mal ganz außen vor).
Jetzt weiß ich nicht weiter. Es stockt geradezu. Noch nicht einmal mehr 8 Tage bis Deadline.
Man krümmt sich.
Zudem glänzte die Tochter ja nicht gerade diplomatisch, indem sie unbesonnen genau nur die Hälfte meiner eigenen Abschlussnote nach Hause brachte. "So wenig?" fragte ich enttäuscht, und "Und nun?".
"Nun ist Abiball, herzallerliebste Mama!" wobei sie in Deckung ging, nicht ohne dabei mein elegantes brett-a-porter Handwerker-Outfit zu mustern.
Dank meiner ausgeprägten Sportlichkeit war es mir ein Leichtes, in einer komplizierten Hängeohrposition zu erstarren. Passend zum Dressing.
Die kleine, mit vorauseilendem Vorwurf geschriebene Beurteilung, die justamente auf ihrer Stirnfläche aufleuchtete, ließ mich zudem anaerob aufseufzend machen.
Mir wurde kurz ein unterirdisches Oberwassergrinsen gezeigt, wonach der bekannt mitleidige Gesichtsausdruck beim Anblick eines überfahrenen Rehs folgte.
Das war das äußere, szenische Erscheinungsbild.
Währendessen versanken meine Gedanken in meditative Klausur.
Hatte ich mir doch über anstrengende Jahre hinweg eine puschelige Trendfigur zugelegt. Ein Hauch amorpher Masse, um mich vor Wind, Wetter und gierigen Männerblicken zu schützen.
Das Geheimnis wollen Sie wissen? Trendkost. Je nach Lust und Laune gegrillte Kuhlende im Wechsel mit übergroßen Bounties fliegen lassen. Dann zelten gehen im eigenen Kleid. Meterware, die nicht die Vergewaltigung einer unmenschlichen Perforationsfolter durch schnürende Nadelstiche erleben musste. So detailliert empathisch bin ich halt.
Passende Gürtel zählen ebenso zu den Exoten, wie die schon im Paläozotikum ausgestorbenen Langrinder, die überhaupt eine solche Epidermisleistung für die erforderlichen Ausmaße aufbringen konnten.
Und jetzt das. Ball.
Vor hunderten von Jahren, als der Beginn der Pubertät noch mit dem feierlichen Kircheneintritt aber so: *Fäustchen-Fäustchen* stand, hatte ich Tanzschule, wie Zahnstein oder Knickfuß, die jäh in einem Ballabend endete.
Meine erste Herrenwahl hatte zwar den Stehblues, allerdings mit einer Anderen. 2 und 3 "keine Zeit"; 4,5 und 6 waren zwischenzeitlich Vater geworden, und mussten ausgerechnet an dem Abend ein großes Geschäft abwickeln, doch Nr. Sieben war bereit und willig, wenn auch ledrig zäh.
Spontan, wie ich bin, bedeutete er mir ab sofort viel.
In einem intensiven und langen Gespräch zwischen Tür und Angel erklärte ich ihm, dass er zwar Blumen, aber keinesfalls von der Sorte der Nelkenblütler mitbringen soll. Er verneinte glaubwürdig, wunk mir
Tatsächlich fand er die Zeit, vom laufenden Mopped abzusteigen und mir einen, durch den Fahrtwind nett aufgehübschten, Strauß dreier, verschiedenfarbener Nelken in die feuchten Hände zu drücken.
Er selbst war schneller wieder verschwunden, als die Nelken zu stinken anfangen konnten.
Das dazu.
Und genau dieser Hauch des Todes stieg mir in die imaginäre Hirnnase, als ich diesen doch sehr schnell aufeinanderfolgenden Termin eines erneuten Balles gewahr wurde. (Egomane Befindlichkeiten jetzt mal ganz außen vor).
Jetzt weiß ich nicht weiter. Es stockt geradezu. Noch nicht einmal mehr 8 Tage bis Deadline.
Man krümmt sich.
rinpotsche - 19. Jun, 15:31
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