Plötzlich tauchen die Schwächen auf. Diese, die ich nicht mag. Es gibt auch andere. Die für Zettel, flache, möglichst kreisrunde, einfarbige Steine, Einstein, Blicke, unparfümierter Nichtschweißgeruch, giftgrüner Baumnebel im Frühling, Kippen, Feuerchen, Hackfleischsoße und Bäche. Das war's offiziell.
rinpotsche - 4. Jul, 22:46
heiß, zu feucht, zu kalt, zu wenig, zu viel, zu spät, zu lang, zudem zu blöd. Zu....halt.
rinpotsche - 4. Jul, 01:11
Ist doch wohl der Gipfel! Arrogant erhobenen Hauptes verließ ich das einschlägige Geschäft. Könnt ihr euch selber reinstopfen, brauch ich nicht für zweifuffzig mit ledrigen Patschehändchen überreichter Mittelstreifenbewuchs, hängt sowieso schon alles saftlos am Gummi runter.
Zuhause unterhielt ich mich dann angeregt mit einer Nacktschnecke, bevor ich sie mir einteilte. Das Dinner vorab ging auf's Haus, Bier dazu. Mag sie, kenn ich, mögen alle. Sie hat auch schön aufgegessen, obwohl sie einen derart hartnäckigen Schnupfen hat, die Ärmste, nicht schön. Hat ihr auch den Rest gegeben, dem Rotzlümmel.
Heute Abend ist Beerdigung, und die komplette Partypeopleverwandtschaft, sogar aus Kriechenland, Beetlehem und Grönland hat sich angekündigt. Ich geh auch mal hin, schließlich bin ich nicht aus Ungern oder Überseh.
Als Leichenschmaus gibt sich die Verrotzte selbst die Ehre, als Nachtisch kredenze ich Starkbier, da der Rucola alle ist.
Pech!
rinpotsche - 2. Jul, 22:44
Gestern Abend mit der neuen Mutter in Toronto geskaibt. Sie nimmt das Kind. Ich bin ja sooo froh, dass der Deal geklappt hat. Mensch, bin ich froh. War schon 'ne harte Zeit so bisher, jahrelang diese Windelei, dann der Abiball, also Stress pur. Und was haben wir gelacht, richtig unangenehm oft. Aber jetzt soll die da in Toronto ruhig auch mal erleben, was es bedeutet eine daueranrufende, hysterische Mama im Nacken sitzen zu haben mit so einem Kind......die ganze Ravache...gehnse fort!
rinpotsche - 2. Jul, 11:35

Anderes gewohnt.
Man munkelte, dass in der Etage darunter Hummer und Austern aufgetischt wären.
Hier gab es für jeweils zwölf Personen eine Flasche Schraubverschlusswein,
und genau deshalb knipste ich stattdessen ein Fenster.

Reden gab es zuhauf, und ich hatte wenigstens da Glück. Jedesmal, wenn ich kurz zuhörte (ein Vorgang, der zweimal stattfand), gab's für mich was zu lachen. Der Rektor verabschiedete die Abiturienten mit den hoffnungsschwangeren Worten, dass diese doch weiterhin dem humanistischen Gedanken nachgehen und nicht Schissbau studieren sollen. Und in einer, von Schülerseite vorgetragenen, Laudatio an den Lateinlehrer (4-stündig) überreichte dieser ihm eine Plastiktüte mit einem lateinischen Zitat: Carpe Geschenk!
Jaja, ich wollte Ihnen die Bonbons des Abends nicht vorenthalten. Zudem hatte meine Abibi eine hinreißende Ausstrahlung!
(Dass meine schwarze Jacke erst bei Ankunft voller Zahnpasta war, mein Gatte circa zehn Schnitzel von einem verlassenen Buffet entwendete und ich ihn dabei filmte, und er, durch den Hosentaschentransport einer bezahlten, aber nicht ausgetrunkenen Fantaflasche beim Einsteigen in ein fremdes Auto, seiner Armanihose einen bemerkenswerten Seitenschlitz verpasste, erzähle ich nicht.)
rinpotsche - 28. Jun, 01:08
Nach der gestrigen Beulenschwangerschaft im Gesicht darf ich die termingerechte Geburt eines strammen Pickelzwillingspärchen vermelden.
Dazu kaufte ich aus Versehen eine Abdeckcreme mit Glitzereffekt. Gut, die passt wenigstens zum mittig platzierten Fettfleck auf dem Seiden-T-Shirt.
Ich muss mich langsam sputen, damit die vergipsten Waden noch rechtzeitig zum Eröffnungstanz trocknen.
Eines weiß ich jetzt schon: das zweite Kind darf auf keinen Fall Abitur machen!
Früher war das ganz anders...
rinpotsche - 27. Jun, 15:14
rinpotsche - 24. Jun, 11:17
Ihnen einen der wenigen extrem verarmten und bis zum Anschlagerl
reizendenaufgeblasenen, österreichischen Bipianisten ans Herz zu legen:

Eine, wie ich meine, gelungene Werbung für die außergewöhnliche Location seines Instrumentes.
Foto: Ibn Desert
rinpotsche - 21. Jun, 18:26
Sie sind wieder da! Die Jungs und Mädels mit nichts anderem in ihren Minischädeln, als widerliche Paarungsbereitschaft. Das Schlimmste daran ist aber, dass ich zu kurz bin, um sie vorher zu ermorden. Bei den hohen Räumen, die ich ja unbedingt haben musste.
Ich sehe schon vor mir, wie sich in ein paar Wochen die totblassen Badbabies genau über dem Teller eines Abendessen-Gastes abseilen werden, krümmend vor Vergnügen.
rinpotsche - 21. Jun, 12:20
Unendlich naiv, wie es meinem Wesen liegt, bin ich davon ausgegangen, dass das Thema Abitur mit der Tiefkühltruhe ad acta gelegt werden konnte.
Zudem glänzte die Tochter ja nicht gerade diplomatisch, indem sie unbesonnen genau nur die Hälfte meiner eigenen Abschlussnote nach Hause brachte. "So wenig?" fragte ich enttäuscht, und "Und nun?".
"Nun ist Abiball, herzallerliebste Mama!" wobei sie in Deckung ging, nicht ohne dabei mein elegantes brett-a-porter Handwerker-Outfit zu mustern.
Dank meiner ausgeprägten Sportlichkeit war es mir ein Leichtes, in einer komplizierten Hängeohrposition zu erstarren. Passend zum Dressing.
Die kleine, mit vorauseilendem Vorwurf geschriebene Beurteilung, die justamente auf ihrer Stirnfläche aufleuchtete, ließ mich zudem anaerob aufseufzend machen.
Mir wurde kurz ein unterirdisches Oberwassergrinsen gezeigt, wonach der bekannt mitleidige Gesichtsausdruck beim Anblick eines überfahrenen Rehs folgte.
Das war das äußere, szenische Erscheinungsbild.
Währendessen versanken meine Gedanken in meditative Klausur.
Hatte ich mir doch über anstrengende Jahre hinweg eine puschelige Trendfigur zugelegt. Ein Hauch amorpher Masse, um mich vor Wind, Wetter und gierigen Männerblicken zu schützen.
Das Geheimnis wollen Sie wissen? Trendkost. Je nach Lust und Laune gegrillte Kuhlende im Wechsel mit übergroßen Bounties fliegen lassen. Dann zelten gehen im eigenen Kleid. Meterware, die nicht die Vergewaltigung einer unmenschlichen Perforationsfolter durch schnürende Nadelstiche erleben musste. So detailliert empathisch bin ich halt.
Passende Gürtel zählen ebenso zu den Exoten, wie die schon im Paläozotikum ausgestorbenen Langrinder, die überhaupt eine solche Epidermisleistung für die erforderlichen Ausmaße aufbringen konnten.
Und jetzt das. Ball.
Vor hunderten von Jahren, als der Beginn der Pubertät noch mit dem feierlichen Kircheneintritt aber so: *Fäustchen-Fäustchen* stand, hatte ich Tanzschule, wie Zahnstein oder Knickfuß, die jäh in einem Ballabend endete.
Meine erste Herrenwahl hatte zwar den Stehblues, allerdings mit einer Anderen. 2 und 3 "keine Zeit"; 4,5 und 6 waren zwischenzeitlich Vater geworden, und mussten ausgerechnet an dem Abend ein großes Geschäft abwickeln, doch Nr. Sieben war bereit und willig, wenn auch ledrig zäh.
Spontan, wie ich bin, bedeutete er mir ab sofort viel.
In einem intensiven und langen Gespräch zwischen Tür und Angel erklärte ich ihm, dass er zwar Blumen, aber keinesfalls von der Sorte der Nelkenblütler mitbringen soll. Er verneinte glaubwürdig, wunk mir abzu und erschien am entscheidenden Abend als Sozius auf dem freundchauffierten Mopped an den Außentreppen des Ballsaales, auf denen ich mich, nach einem knapp einstündigem Warten, eingewurzeltniedergelassen hatte.
Tatsächlich fand er die Zeit, vom laufenden Mopped abzusteigen und mir einen, durch den Fahrtwind nett aufgehübschten, Strauß dreier, verschiedenfarbener Nelken in die feuchten Hände zu drücken.
Er selbst war schneller wieder verschwunden, als die Nelken zu stinken anfangen konnten.
Das dazu.
Und genau dieser Hauch des Todes stieg mir in die imaginäre Hirnnase, als ich diesen doch sehr schnell aufeinanderfolgenden Termin eines erneuten Balles gewahr wurde. (Egomane Befindlichkeiten jetzt mal ganz außen vor).
Jetzt weiß ich nicht weiter. Es stockt geradezu. Noch nicht einmal mehr 8 Tage bis Deadline.
Man krümmt sich.
rinpotsche - 19. Jun, 15:31
Niedergetrampelte Erwartungshaltung. Kennen Sie?
400 m Lassaschebahn, Schneeerpress zu 5 DM (umgerechnet zum besseren Feeling) die blechmusikunterstützte Runde, der chipssammelirokeske Nichtraucher, dafür im Testosteronkoma den Sack wachsen fühlend, zwischendrin Bratwurstreliquien und kandisgepimpte Faulobstspießchen, hie und da ein enttäuschtes Lidschättchen mit hinterbudisch generiertem Einjährigen vom vorletzten Jahr, dem wunderjährigen Nietenverkäufer, der zu hässlich für die Geisterbahn war, der emotionsamputierte Gemüsehobelnhobelmann gegenüber der Gürtelrosi, die alles machen... doch nicht kann. Der Stand: " Vom Laster gefallen, aber noch nicht tot! Im Gegensatz zu: " Tot, aber ökologisch!
Ich war so willig. Aber meine Begleiterin machte ein High-Speed-Messturbieren daraus, rezitierte über die gesamte Strecke das Lukasevangelium (Vers 8), da ihr das mündliche Reliabitur im Nacken saß, und konnte nur mit einem Maiskolben an Kräuterbutter einigermaßen wieder auf die schiefe Bahn gebracht werden.
Das nächste Mal, sag ich, ohne alle. Höchstens mit SWA und vorher
angezündet.
Jo, wenn's sein muss--> Sisi:

rinpotsche - 17. Jun, 19:09